Das Wasser

Gerade in den heißen Sommermonaten gehen wir (oft) sorglos mit aller Essenz des Lebens auf unserem Planeten um – eben selbstverständlich und ahnungslos, welche lebenswichtige/lebensbedrohende Bedeutung dieses Element für Millionen Menschen hat – auch in den Ländern, wo wir gerade auf Urlaub waren, sind oder sein werden und vielleicht direkt neben dem strahlenden Ressort, in dem wir in einen blitzblauen Pool tauchen und uns an blühenden Pflanzen erfreuen, Tausende um ihr Überleben kämpfen.

Nein, ich will nun keine Sozialkritik vom Stapel lassen, sondern ganz einfach nur die Aufmerksamkeit auf eine paar facts richten, die uns helfen sollen, dem WASSER die Bewunderung zukommen zu lassen, die ihm gebührt…

Wir verbrauchen im Schnitt*

  • 1 Kubikmeter (oder 1000 l) Wasser im Jahr zum Trinken
  • 100 Kubikmeter (oder 100.000 l) Wasser im Jahr zum Waschen, Toilettenspülung, Autowäsche, Bewässerungen, Pools etc.
  • und 1000  Kubikmeter (oder 1 Million l) Wasser im Jahr (pro Person!) zur Erzeugung der Lebensmittel, die wir im Laufe eines Jahres essen!!!


Wenn wir eine Tasse Kaffee oder Tee trinken (1/4 l Wasser), so verbrauchen wir für jede Tasse in Wahrheit 140 l – das ist die Menge, die notwendig ist, um Kaffee- und Teeplantagen für die Menge, die es für unseren Genuss braucht, zu bewässern.
Ein Kilo Weizen benötigt 1300 l, ein Baumwoll T-Shirt 2700 l und wenn wir uns im Sommer ein Steak grillen, denkt kein Mensch daran, dass er damit 5000 l Wasser verbraucht hat! Sogenanntes VIRTUELLES WASSER, wie es der Umweltforscher Anthony Allan bezeichnet.
Und mit diesen Zahlen darauf hinweist, dass die meisten dieser Produkte nicht in den Ländern produziert werden, die genug Wasser besitzen (wie Mitteleuropa, Großbritannien, Skandinavien, Teile der USA), sondern in ohnehin wasserarmen Gegenden wie Afrika, Indien und Australien.
Essen wir folglich Früchte aus Israel oder Spanien, so verbrauchen wir damit auch viele tausende Liter dieser Länder, die (wie am Beispiel Spaniens als entwickeltes Industrieland bereits in den letzten Jahren deutlich zu erkennen war) diesen Ländern bei ihrem eigenen Wasserhaushalt fehlen.

Gelänge es uns, zumindest in manchen Augenblicken (und nicht nur in solchen, in denen wir dürsten, verdreckt sind, unser Autokühler kocht) den status quo unserer Evolution nicht nur zur fantastischen Nutzung des web, mobilphones und Navigation, sondern auch für Erkenntnisse über globale Zusammenhänge zu nützen, würden wir WASSER als WUNDER erkennen und erleben und damit unser Leben, auch emotional, überaus bereichern!

Vielleicht denken Sie in diesem Sommer daran, wenn Sie sich an einem heißen Tag (von denen sicher noch einige kommen werden) mit einem Köpfler ins Wasser stürzen…

 

*Quelle: Die ZEIT, Interview mit Anthony Allan